Marketing-Jahresplanung
Marketing-Jahresplanung: Warum Sie im September schon an Weihnachten denken müssen
Draußen flirrt noch die Hitze, die Sonnencreme steht griffbereit auf dem Schreibtisch und der Gedanke an Glühwein und Tannenzweige fühlt sich momentan noch völlig surreal an. Der Anblick der ersten Lebkuchenpackungen im Supermarktregal kommt jedes Jahr auf´s Neue völlig unerwartet.
Die Vorweihnachtszeit scheint jedes Jahr noch früher eingeläutet zu werden. Denn während Sie vielleicht noch Ihren Sommerurlaub Revue passieren lassen, tickt die Uhr in der Marketingabteilung bereits im festlichen Takt. Wer erst im November über seine Weihnachts-Kampagnen nachdenkt, hat das Rennen um die Aufmerksamkeit der Kunden meist schon verloren.
Doch warum braucht es im Marketing eigentlich eine so lange Vorlaufzeit?
Die psychologische Hürde: „Es ist doch noch so viel Zeit!“
Warum schieben wir das Thema Weihnachten so gerne vor uns her? Weil es sich antizyklisch anfühlt.
Aber im Marketing gewinnen die Antizykliker. Während Ihre Konkurrenz im Oktober hektisch nach Stockfotos von Weihnachtsmännern sucht, sollten Sie bereits die fertigen Creatives in der Hinterhand haben.
Planung im September bedeutet Stressprävention im Dezember. So können Sie das Jahresendgeschäft genießen, anstatt unter dem Tannenbaum noch letzte Ad-Budgets zu schieben.
Kapazitäten und Werbeplätze: Der digitale Goldrausch
Im vierten Quartal (Q4) passiert im Marketing das, was wir den „Saturations-Effekt“ nennen:
Steigende Klickpreise (CPC)
Agentur- und Druck-Deadlines
Ob hochwertige Print-Mailings, individuelle Give-aways oder aufwendige Video-Produktionen – die Dienstleister sind ab Oktober oft „landunter“. Wer im September bucht, sichert sich die besten Slots und vermeidet Express-Zuschläge.
Customer Journey: Entscheider brauchen Vorlauf
Kaufentscheidungen fallen nicht erst am 24. Dezember. Besonders im B2B-Bereich werden Budgets und Kooperationen für das Folgejahr oft schon im Herbst finalisiert. Für die Planbarkeit der Auftragslage und des Budgets sowie die detaillierte Absprache der Zusammenarbeit ist das eine zentrale Voraussetzung.
Aber auch im B2C-Sektor beginnt die Recherchephase für Geschenke immer früher.
Denn auch die Verbraucher:innen wollen keinen Zeitdruck auf der Zielgeraden riskieren oder realisieren, dass die besten Angebote oder Ihre Lieblingsteile schon vergriffen sind.
Kreativität braucht Sauerstoff
Gute Ideen entstehen selten unter Hochdruck. Wenn Sie jetzt mit der Planung beginnen, haben Sie die Freiheit, mal etwas anderes zu machen als das Standard-Foto vom geschmückten Baum.
Wie wäre es mit einem interaktiven Adventskalender auf Social Media? Einer personalisierten Video-Botschaft an Ihre Top-Kund:innen? Oder einer Charity-Aktion, die echte Werte vermittelt?
Solche Konzepte brauchen Vorbereitung, damit sie am Ende nicht „gewollt, aber nicht gekonnt“ wirken.
Nicht nur die Weihnachtszeit bedarf einer sorgfältigen Planung.
Hier sind unsere Experten-Tipps für eine ganzjährige Marketing-Blüte:
Januar-Februar: Die „Fresh Start“-Phase
Fokus: Neujahrsvorsätze, Optimierung, Effizienz.
Strategie: Besonders im B2B Bereich ist jetzt die Zeit, neue Prozesse und Tools zu verkaufen. Im Bereich B2C regiert das Thema Gesundheit, Organisation und Ausmisten. Es ist die Zeit der Budget-Freigaben.
März-April: Der Frühjahrsputz fürs Business
Anlass: Ostern ist der erste große Konsum-Peak nach Weihnachten.
Strategie: Ideal für Reaktivierungs-Kampagnen von Kund:innen, die nach dem Weihnachtstrubel eingeschlafen sind.
Juni-Juli: Das Sommerloch-Antidote
Fokus: Vorbereitung auf das zweite Halbjahr.
Strategie: Während die Konkurrenz im Urlaub ist, ist die beste Zeit für Content-Produktion, Shootings im Freien und technische SEO-Audits der Website, damit zum Herbst alles glänzt.
September-Oktober: Die Budget-Schlacht
Anlass: Die Planung für das Folgejahr beginnt bei Konzernen oft jetzt.
Strategie: Wer jetzt nicht auf dem Schirm der Entscheider ist, wird im Budget für das nächste Jahr nicht berücksichtigt.
Welche goldene Regeln sollten Sie als Unternehmer:in kennen?
Die 70-20-10 Regel
Verplanen Sie nicht 100% Ihres Budgets für fixe Kampagnen. Etwa 70% sollten für Bewährtes eingeplant sein (Evergreen Ads, SEO), 20% für saisonale Highlights (Weihnachten, Messen) und die übrigen 10% für Experimente wie neue Plattformen oder KI-Tools. So bleiben Sie flexibel, wenn Trends plötzlich explodieren.
Der Anti-Zyklus
Wenn alle im Dezember werben, sind die Preise hoch. Überlegen Sie: Können Sie Ihre „große Botschaft“ vielleicht schon im November oder erst im Januar platzieren, wenn das Grundrauschen geringer ist? Oft erzielen Sie so einen viel höheren Share of Voice.
Der Content-Vorrat
Planen Sie Shootings und Videoproduktionen gebündelt. Es ist effizienter und kostengünstiger, an zwei Tagen Material für das ganze Quartal zu produzieren, als alle zwei Wochen hektisch zum Smartphone zu greifen. So haben Sie auch in stressigen Zeiten einen Vorrat, auf den Sie zurückgreifen können.
Post-Mortem-Meet
Planen Sie schon jetzt im Kalender einen Termin für Mitte Januar ein, um die Weihnachtskampagne zu analysieren. Was hat funktioniert? Wo war der ROI (Return on Investment) am höchsten? Diese Daten sind goldwert für die Planung des nächsten Septembers.
Fazit
Seien Sie der Konkurrenz eine Schlittenlänge voraus .
Das Ziel der Jahresplanung ist nicht, Ihnen den Sommer zu vermiesen. Im Gegenteil: Es geht darum, Professionalität zu zeigen. Ein gut geplantes Weihnachtsgeschäft ist die Basis für einen erfolgreichen Start ins neue Jahr. Mit einer durchdachten Marketing-Jahresplanung lebt es sich auch ganzjährig entspannter.
Sie brauchen Unterstützung bei der Umsetzung Ihrer festlichen Kampagne? Von der strategischen Konzeption bis zum fertigen Design – wir helfen Ihnen dabei, dass Ihr Marketing dieses Jahr unter dem Baum richtig strahlt. Melden Sie sich bei uns, bevor der erste Frost kommt!
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Wir unterstützen Sie gerne dabei.
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Conny Steuerwald
Expertin für Marke und Strategie
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